Überschwemmter Markt an ERP-Systemen. Es muss nicht immer SAP sein

Tag täglich stehen Entscheider und Unternehmer vor der Frage: Welche Anbieter wählen wir für unser ERP-System (Enterprise Resource Planning)? Wo liegen Vor- und Nachteile, Grenzen und Ausbaumöglichkeiten?
Neben den großen Anbietern SAP, Microsoft und Oracle gibt es eine Vielzahl an alternativen Anbietern, die besonders bei Mittelständlern durch ein hohes und vergleichsweise günstigeres und schnelleres „Customizing“ des Grundsystems auf die spezifischen Anforderungen des einzelnen Unternehmens glänzen können.

Festzuhalten ist aber auch, dass SAP nicht nur für den Enterprise-Bereich sondern auch für Klein- und Mittelständler zielführende Lösungen anbietet.

Wie in vielen anderen Bereichen ermöglicht auch in der ERP-Welt das Thema Cloud neue Möglichkeiten. So flossen in 2016 ca. 20% der Lizenzkosten in Cloud-basierte ERP-Systeme (ITK-Budget-Benchmark von techconsult und PIRONET, ca. 2500 Teilnehmer; http://www.techconsult.de/itk-benchmark/steigendes-interesse-an-erp-loesungen-aus-der-cloud). Die Vorteile liegen in einer günstigen Erstimplementierung, geringere Aufwendungen für „Customizing“, einfache Erweiterbarkeit auf andere Standorte, übersichtliche Lizenz- und Produktmodelle sowie in Summe eine einfachere Bedienbarkeit.

Die Anzahl von Anbietern ist auch hier wieder gigantisch. Im Folgenden daher nur einige Impressionen:

  • Sage aus Großbritannien mit dem Produkt X3, geeignet für 100 bis 500 Mitarbeiter, Preis ab 50€/ Monat
  • Scopevisio aus Bonn mit ihrem ERP, CRM und ECM (Enterprise Content Management), der Kunde zahlt nur für die Module, die er nutzt
  • Weclapp, eine speziell auf Händler und Dienstleister zugeschnittene Lösung mit E-Commerce, Help-Desk, Buchhaltung, Invoicing, Projektmanagement und Collaboration-Funktionen
  • Actindo aus München richtet sich an E-Commerce Anbieter mit Fakturierung, Warenwirtschaft und Logistik über Finanzbuchhaltung und Dokumenten-Management bis hin zu Kundenkommunikation, Zahlungsabwicklung und Kundensupport und  Anbindung von Online-Marktplätzen wie Ebay und Amazon
  • Myfactory aus München für mittelständische Industrieunternehmen, mit Fokus auf Collaboration, CRM, ERP und E-Commerce, Möglichkeit zur Verwendung einer privaten Cloud

In Summe steht fest, dass es sich für kleinere und mittlere Unternehmen lohnt über den Tellerrand der großen und bekannten ERP-System Anbieter hinaus zu schauen. Somit sind auch für kleinere Unternehmen Lösungen möglich, die auf ihre persönlichen Anforderungen angepasst und trotzdem bezahlbar sind.

 

Quellen:
http://t3n.de/news/erp-ohne-sap-alternativen-778068/3/
http://www.techconsult.de/itk-benchmark/steigendes-interesse-an-erp-loesungen-aus-der-cloud

 

Gartner: die 10 Technologie-Trends für 2017

Wie jedes Jahr stellt Gartner die 10 Technologie-Trends für das anstehende Jahr vor und bietet damit einen guten Überblick für die strategische Technologieausrichtung.

Intelligent

1. AI & Advanced Machine Learning

Technologien wie zum Beispiel Deep Learning, neuronale Netzwerke, natural-language processing ermöglichen eine immer weiter steigende Intelligenz von Informations-Systemen (Einzelgeräte oder Programme). Diese können somit verstehen, lernen, vorhersagen, sich selber anpassen und dadurch tendenziell autonom operieren, wodurch sie Schritt für Schritt weitere Kriterien der Definition eines menschlichen Wesens erfüllen.

2. Intelligent Apps

Virtuelle persönliche Assistenten (VPAs), wie zum Beispiel Cortana von Microsoft, transformieren den Arbeitsplatz. Der persönliche Assistent weißt auf wichtige Emails hin, erfasst Informationen für eine spätere Weiterverarbeitung oder erledigt regelmäßige Tätigkeiten von allein. Gartner sieht neben der virtuellen Assistenz in Summe drei Haupteinsatzgebiete: Verbesserte Analysen, automatisierte Unternehmensprozesse als auch AI-basierte Schnittstellen (zum Beispiel durch Sprachfunktionen). Gartner geht weiter davon aus, dass im Jahre 2018 mehr als die 200 größten Unternehmen der Welt intelligente Apps einsetzen werden.

3. Intelligent Things

Intelligente Dinge werden in 3 Kategorien aufgeteilt: Roboter, Drohnen und intelligente Fahrzeuge. Jede Lösung eröffnet neue Unternehmenskonzepte und Prozessansätze. Mit der Integration in das IoT (Internet of Things) werden die Endgeräte intelligent und ermöglichen eine Weiterentwicklung vom Stand-alone Betrieb zu einem collaborativen Ansatz, der als Grundlage für eine Mensch-Technik Interaktion dient.

Digital

4. Virtual & Augmented Reality

Virtual reality (VR) und augmented reality (AR) erlauben die Transformation geplanter Projekte in die virtuelle Realität. Diese ist entgegen der Realität, in der wir menschlichen Wesen uns bewegen, adaptierbar was wiederum die Simulation und Verifizierung komplexer Zusammenhänge erlaubt. Hier weiter noch ermöglicht der Einsatz von AR sogar die Validierung in der Realität, durch überlaugen der virtuellen Realität in das Sichtfeld der Person, welche sich in der Realität befindet. Gartner empfiehlt Unternehmen spätestens in 2020 professionelle Lösungen im Einsatz zu haben.

5. Digital Twin

Für eine kostengünstige Anpassung eine Produktes wäre es doch wünschenswert eine digitale Kopie des realen Produktes zu haben und an dieser die Änderungen zu Simulieren und Visualisieren. Viel mehr noch erlaubt die Gedanke des digitalen Zwillings live-Zustandsdaten des realen Objektes via Sensoren zu erfassen und in das digitale Modell zu transformieren.

6. Blockchain

Blockchain ist ein Verwalter von digitalen Währungen wie zum Beispiel Bitcoins. Zuvor war an einen Währungsaustausch immer einer materieller Gegenwert gebunden. Dieser geht mit der digitalen Währung verloren und soll laut Aussage dieser Ökonomie durch Vertrauen und Sicherheit ersetzt werden. Festzustellen ist jedoch, dass die verfügbaren Anbieter mit ihren Lösungen zumeist noch in der Alpha- oder Beta- Phase sind.

Mesh

7. Conversational Systems

Conversational Systems sind Software-Programme, welche nicht durch die Adaption des Quelltexts durch den Menschen selbst sondern durch die Unterhaltungen von Menschen untereinander oder direkt mit der KI lernen. Die Systeme sind dabei nicht an Sensoren zur Stimmenaufnahme gebunden, sondern können ebenfalls z.B. Infrarot-Umgebungssensoren, 3D-Kameras und Wärme-Sensoren lernen.

8. Mesh App and Service Architecture

Mesh App und die zugehörige Service Archtektur (MASA) konsolidieren bzw. verbinden mehrere User auf verschiedenen Endgeräten untereinander und mit verschiedenen Sensoren. Solche Multi-Kanal Lösungen benötigen keinen eigenen dedizierten Server sondern fungieren in einer Cloud. Im Summe: Eine Vielzahl an Usern mit verschiedenen Rollen und unterschiedlichsten Endgeräten kommunizieren über eine Vielzahl an Netzwerken. MASA ist ein langfristiger Software-Ansatz, der ein komplettes Umdenken in der aktuellen Software-Entwicklung fordert.

9. Digital Technology Platforms

Digitale Technologie Plattformen sind die Grundbausteine eines jeden digitalen Unternehmens und besteht im Kern aus folgenden 5 Blöcken: Information systems, customer experience, analytics und intelligence,  Internet of Things und business ecosystems. Diese Plattformen sind die Grundlage für IoT, AI und conversational systems und daher bis 2020 Priorität Nummer 1.

10. Adaptive Security Architecture

Als Resultat aus der digitalen Welt, IoT und verteilten Systemen ergibt sich ein großes Defizit in Sachen Sicherheitsfunktionalität. Bisher haben zentralisierte Sicherheitsrichtlinien für Struktur und Ordnung gesorgt. In Zukunft sind neue dynamische, agile und vor allen sich selbst anpassende Sicherheitssysteme und Strukturen notwendig, um die Wagen zwischen Transparenz und Datenschutz zu halten.

 

Quelle: http://www.gartner.com/smarterwithgartner/gartners-top-10-technology-trends-2017/

 

Der digitale Mensch – Kostenfreie Ausgabe: Spektrum der Wissenschaft

Aktuell gibt es eine kostenfreie Ausgabe der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“, Headline:

Der digitale Mensch

Themen u. a.:

  • Wearables – Die Tücken tragbarer Elektronik
  • Digitaler Kodex – Wie sichern wir unsere Unberechenbarkeit?
  • Datenschutz – die informierte Einwilligung

Download unter (Links auf Seite: „PDF abrufen“):
http://www.spektrum.de/pdf/spektrum-kompakt-der-digitale-mensch/

Informationen zur Zeitschrift:

Spektrum der Wissenschaft wurde 1978 als deutschsprachige Ausgabe des seit 1845 in den USA erscheinenden Scientific American begründet, hat aber im Laufe der Zeit einen zunehmend eigenständigen Charakter gegenüber dem amerikanischen Original gewonnen. SdW erscheint monatlich in der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH in Heidelberg, einer Einheit der Verlagsgruppe Springer Nature.
Die Zeitschrift versteht sich als Mittler zwischen dem Bereich wissenschaftlicher Fachpublikation und einer interessierten und wissenschaftlich vorgebildeten Öffentlichkeit.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Spektrum_der_Wissenschaft